Wenn Bauern Urlaub machen

Hartnäckig hält sich das Gerücht, Bauernfamilien könnten vor allem wegen der Tiere nicht in den Urlaub fahren. Tatsächlich machen aber auch Bauernfamilien, also wir auch, Urlaub, wenn auch häufig etwas speziell:

– Der Zeitraum ist bei uns immer wohl überlegt, weil Bauernfamilien verständlicherweise nur dann wegfahren können, wenn keine wichtigen Feldarbeiten, wie Aussaat oder Ernte anstehen und nicht gerade der Großteil der Kuhherde kalbt. Trotzdem ist es bei uns im letzten Jahr passiert, dass sich die Maisaussaat wegen des schlechten Wetters bis Mitte Juni hinauszögerte und wir unseren gemeinsamen Urlaub erst 2 Tage später beginnen konnten.

– Es bedarf einer ganzen Menge Organisation und Vorbereitung, vor allem wenn man Tiere hat. Ganz zentral ist natürlich, dass man jemanden hat, der einen zuverlässig vor allem im Stall und an der Biogasanlage vertreten kann. Bei uns waren und sind das meine Schwiegereltern und unser Mitarbeiter. Trotzdem soll unsere Urlaubsvertretung nicht mehr Arbeiten als unbedingt notwendig machen müssen. Also muss vor dem Urlaub noch das Silo ausreichend aufgedeckt werden, alle Futtermittelvorräte aufgefüllt sein, alles gemistet sein, alle wichtigen Büroarbeiten erledigt werden, usw.

– Wir sind lieber nur 5 Tage als eine ganze Woche weg. Ein längerer Zeitraum wäre für uns nicht so recht vorstellbar. Nach wenigen Tagen werden wir irgendwie unruhig. Die tägliche Verantwortung für den Betrieb ist tief in einem verwurzelt und der Tatendrang macht auch nur kurz Urlaub!

– Der Weg in den Urlaub ist geprägt von Gesprächen über die Betriebe und die Felder und Wiesen, die links und rechts der Straße zu sehen sind. Schau mal, da ist die Biogasanlage von Müller-Meier-Schulze! Hast du gesehen, wie krumm der da auf dem Feld gesät hat? Hast du gesehen was da im Weizen für Streifen drin sind? – Selbst von der Rückbank kommt: Schaut mal ein Claas-Xerion!

– Tatsächlich machen viele Bauernfamilien gerne Urlaub auf dem Bauernhof. Das hat den unschlagbaren Vorteil, dass die Kinder jederzeit andere Kinder finden, um gemeinsam mit den ziemlich sicher vorhandenen Trettraktoren die Häckselkette der Erwachsenen nachzuspielen!

– Selbst wenn man eigentlich einen landwirtschaftsfreien Urlaub machen wollte, landet man früher oder später doch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Frei nach dem Motto: „Komm wir schauen mal ob jemand da ist“, sind wir sogar schon in Dänemark, ohne jegliche Kenntnis der dänischen Sprache zu einem Milchviehbetrieb hingefahren und haben dort einen sehr freundlichen, englisch sprechenden Betriebsleiter angetroffen, der uns als Berufskollegen begeistert durch seinen Betrieb geführt hat. Auf diese Weise haben wir auch schon so machen nord- , ostdeutschen und österreichischen Betrieb kennengelernt, und für unseren eigenen Betrieb viel dazugelernt.

– Ganz so klischeehaft sind unsere Urlaubsaufenthalte dann aber doch nicht immer: Wir haben auch schon bewusst Urlaub in der Großstadt gemacht. Wir können das absolut empfehlen. Es macht einem klar, dass für „Stadtmenschen“ völlig andere Dinge normal sind, wie für uns „Dorfkinder“. Der Samstag kein Arbeitstag? Stattdessen zum Frühstücken und Shoppen in die Stadt? Abends ins Theater oder oder die Oper?- Toll, was eine Großstadt so alles bietet, aber wir möchten auf keinen Fall in der Stadt leben!

Nach dem Urlaub kommen wir jedes Mal mit der Erkenntnis zurück, dass wir es zu Hause schön haben!

Der Kindergarten zu Besuch

Im Rahmen seiner Projektwochen zum Thema „Berufe“ hat uns kürzlich der Kindergarten unserer Tochter besucht. Für uns war es das erste Mal, dass eine so große Schar Kinder unseren Beruf und unseren Betrieb kennenlernen wollte. Entsprechend viele Gedanken haben wir uns dann auch im Vorfeld darüber gemacht, was wir den ja noch recht kleinen Kindern vermitteln wollen.

Bei strahlendem Frühlingswetter versammelten wir uns also mit den Kindern als erstes in einem Getreidefeld um ihnen zu zeigen, wie es aussieht, wenn aus einem Getreidekorn eine ganze Pflanze wird. Die Kinder entdeckten zudem schwarze Streifen auf dem Ackerboden und durften raten, was das wohl ist.  Ergebnis: Vesperbrot für die Pflanzen!

Weiter ging es zu den Fahrsilos und der Biogasanlage. Großes Gelächter erzeugte die Erklärung, dass es im Fermenter kleine Bakterien gibt, die ständig pupsen müssen. Umso neugieriger schauten die Kinder dann durch das Guckloch in die braune Masse! Sicher nicht so einfach vorstellbar war im Anschluss, dass die großen, lauten Motoren im Motorenhaus Strom und Wärme herstellen.

Fasziniert schauten die Kinder auch dem Lohnunternehmer mit Güllefass und Schleppschlauchgestänge zu, der auf dem nahegelegenen Feld gerade den Gärrest ausbrachte. Überhaupt waren die meisten Kinder völlig von unserem großen Traktor begeistert und saßen mit strahlenden Augen auf dem Fahrersitz oder durften ein Stück mitfahren.

Bei unseren Rindern konnte man nicht so genau sagen, wer wen interessanter fand. Rinder und Kinder begutachteten sich jedenfalls gegenseitig äußerst neugierig und die Tatsache, dass auch jedes Rind ein Bett hat, fanden alle Kinder spannend.

Nach Begutachtung der Pferde und Katzen gab es noch ein kleines Buffet mit lauter Nahrungsmitteln an denen Landwirte beteiligt waren. Mit einem Comicheft zur Biogaserzeugung vom Fachverband Biogas e.V. haben wir den Kindergarten verabschiedet.

Es hat uns sehr viel Spaß gemacht unseren vielseitigen Beruf zu zeigen und diese strahlenden Kinderaugen zu sehen! Das machen wir gerne wieder einmal!

Schon gehört? – Die Landwirtschaft im Radio

Als Mitglied der Initiative Heimische Landwirtschaft freuen wir uns besonders, dass ab heute auch wieder in Baden-Württemberg Radiospots zu landwirtschaftlichen Themen zu hören sind!

Wie schon im vergangenen Herbst werden bei SWR 1, Radio 7 und Antenne 1  vom 20. Februar bis zum 12. März positive Botschaften zur Landwirtschaft gesendet, mit dem Ziel vor allem die Menschen zu erreichen, die kaum Berührungspunkte zur Branche haben. Finanziert wird die erneute Ausstrahlung durch die mehr als 100 Landwirtschaftsbetriebe, welche die Heimische Landwirtschaft in Baden-Württemberg als Mitglied unterstützen sowie durch Sponsoren, wie die Vieherzeugergemeinschaft aus Stuttgart gemeinsam mit dem Landesbauernverband Baden-Württemberg. Ziel ist es, dass die Radiokampagne künftig allein von den baden-württembergischen Landwirtschaftsbetrieben finanziert wird. Um häufiger und länger auf Sendung zu gehen, müssten sich aber noch mehr Landwirte als Mitglied anmelden.

 

Internationale Kehrwoche – oder: Was macht der Landwirt im Winter?

Was macht eine Landwirtsfamilie eigentlich im Winter, wenn auf den Feldern Ruhe ist?

Kehrwoche? –Ja, auch!

Aufräumen, Wartung und Pflege von Maschinen und Hofraum sind tatsächlich auch eine typische Winterarbeit. Die Routinearbeiten im Stall und auf der Biogasanlage sind bei uns natürlich auch täglich zu erledigen. Aber wir nutzen die arbeitsärmere Zeit im Winter auch, um uns weiterzubilden, Kontakte zu knüpfen und neue Ideen zu entwickeln.

Aus unserer Sicht schafft Fortbildung Platz im Kopf zum Nachdenken über das eigene Tun, und uns macht es auch schlichtweg Spaß, mal etwas anderes zu sehen und zu hören!

Die Teilnahme an Seminaren der  Bauern- und Unternehmerschulung (BUS), der Besuch der DLG -Wintertagung und der Biogas-Infotage in Ulm gehören genauso zum diesjährigen Programm wie Weiterbildungsseminare im Pferdebereich.

Diese Woche waren wir zum ersten Mal auf der „Internationalen Grünen Woche“ in Berlin. Wir waren vor allem neugierig darauf zu sehen, wie Landwirtschaft und Ernährung in der Großstadt präsentiert werden und was dort die Themen sein würden. Das Thema Landwirtschaft war tatsächlich nur ein Teil dieser riesigen Messe, aber wir waren positiv überrascht. Landwirtschaft und vor allem Tierhaltung wurde beim Erlebnisbauernhof so präsentiert, wie sie heute ist. Es gab beispielsweise einen modernen Laufstall mit einer kleinen Kuhherde zu sehen, die von einem Melkroboter gemolken wurde, und in dem man ganz selbstverständlich die täglichen Routinearbeiten erledigte. Besonders begeistert waren wir von der großen Anzahl junger Leute, so genannten Agrarscouts, die den vielen Schulklassen und den vielen, teils sehr kritisch nachfragenden Besuchern Rede und Antwort standen. Ob bei der Fragerunde „Ich bin Milchbauer – Frag mich doch!“ oder am Stand des Deutschen Maiskomitees (DMK), es hat uns sehr gut gefallen, dass Offenheit und Öffentlichkeitsarbeit das Hauptthema der landwirtschaftlich orientierten Messehallen war und man auf kritische Fragen offensichtlich gut und sachlich vorbereitet war.

Außerdem haben wir natürlich noch jede Menge Eindrücke von den internationalen Ständen mit ihrem vielfältigen kulinarischen Angebot und von den Ausstellungen der deutschen Bundesländer mitgenommen. Das Kehrwochenszenario war übrigens das originelle Highlight der Präsentation von Baden-Württemberg!

Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie anders das Leben in einer Großstadt wie Berlin gegenüber unserem Dorfleben ist. Wir könnten uns selbst nicht vorstellen, auf Dauer in einer Innenstadt zu leben, aber sich immer wieder ein Bild davon zu machen, erweitert nicht nur den eigenen Horizont, es erweckt auch Verständnis für die Lebenssituation anderer.

 

 

 

 

Frohe Weihnachten!

Jehles Christbaummarkt

Das vorweihnachtliche Hobby von Senior Siegfried Jehle:
Bei uns am Haus verkauft er frisch geschlagene Christbäume aus eigener Winterbacher Christbaumkultur.

 

Erntedankfest 2016

Wir sagen von Herzen DANKE zu all den Menschen, die uns das ganze Jahr auf unserem Betrieb unterstützen und mit denen wir erfolgreich zusammenarbeiten.

Deswegen haben wir am vergangenen Samstag ein Erntedank- und Helferfest gefeiert!