Eine Biogasanlage ist im Kern ein gigantischer Kuhmagen aus Stahl und Beton. Was im Tier in wenigen Stunden passiert, dauert hier 60 bis 80 Tage – und liefert am Ende Strom, Wärme und einen wertvollen organischen Dünger.
Schritt 1: Substrate sammeln und einbringen
Eingesetzt werden vor allem Rindergülle, Festmist, Silomais, Grassilage und teilweise auch Reststoffe wie Zuckerrübenschnitzel. Die Mischung entscheidet über Gasausbeute und Prozessstabilität.
Die Substrate werden über einen Feststoffeintrag oder eine Pumpe in den Fermenter befördert – immer in Maßen, damit die Bakterien nicht überfordert werden.
Schritt 2: Vergärung im Fermenter
Im Fermenter herrschen rund 40 °C und absolute Sauerstofffreiheit. Vier Bakteriengruppen arbeiten in Stufen: Hydrolyse, Versäuerung, Essigsäurebildung und schließlich Methanbildung.
Das entstehende Biogas besteht zu etwa 50–55 % aus Methan und 45 % aus CO₂ sowie Spuren von Schwefelwasserstoff und Wasserdampf.
Schritt 3: Strom & Wärme im BHKW
Das Biogas wird im Blockheizkraftwerk (BHKW) verbrannt. Der Motor treibt einen Generator, der Strom ins Netz einspeist. Gleichzeitig wird die Abwärme des Motors abgegriffen – für Heizungen, Trocknungsanlagen oder Nahwärmenetze.
Erst diese Doppelnutzung macht Biogas wirklich effizient. Eine Anlage, die nur Strom produziert und die Wärme verpuffen lässt, ist energetisch halbiert.
Schritt 4: Gärrest – der unterschätzte Wert
Was am Ende übrig bleibt, ist Gärrest – flüssig, geruchsärmer als rohe Gülle und mit pflanzenverfügbarem Stickstoff. Er geht zurück aufs Feld und schließt den Kreislauf.
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